kadenundpartner_wac_perspektive
kadenundpartner_wac_lageplan
kadenundpartner_wac_lageplan
kadenundpartner_wac_schnittb
kadenundpartner_wac_schnittc
kadenundpartner_wac_pikto

wohnen am campus

Das langgezogene Grundstück wird mit drei markanten Riegeln besetzt, die sich an den Eckpunkten des Grundstücks überschneiden und dadurch diese städtebaulich betonen. Im Westen entsteht so ein Kopfbau, der Bezug nimmt auf den angrenzenden öffentlichen Park. Am Anger bildet sich ein Knotenpunkt der Interaktion des Gebäudes mit dem Stadtraum und der internen Erschließung. Hier wird der Gebäudekomplex im Bereich der ersten beiden Geschosse unterschnitten, sodass eine Torsituation zwischen Anger und hinterem Gemeinschaftsgarten entsteht.

Entlang der Katharina-Boll-Dornberger-Straße erhalten die Erdgeschosswohnungen einen privaten Vorgartenbereich. Am Knotenpunkt an der Ecke zum Anger weitet sich diese Vorzone auf. Ein Start-UP-Büro und ein Café, die als besondere Nutzungseinheiten die Verbindung von Wohn-, Arbeits- und Lebensraum herstellen sollen, erhalten so ihre repräsentativen halböffentlichen Eingangsbereiche. Diese Situation leitet außerdem den Nutzer zum Erschließungsknotenpunkt des Gebäudekomplexes, der auf Erdgeschossniveau als Holzdeck ausgeführt ist und sich um das gesamte Gebäude schmiegt. Das Holzdeck weitet sich im westlichen Gebäudeteil zum Garten hin auf. Hier entstehen eine große Gemeinschaftsterrasse mit angrenzendem Gemeinschaftsraum, sowie Lagerräume zur Bespielung der Terrasse. Der Übergang zum hinteren Gemeinschaftsgarten erfolgt über ein paar Stufen hinab auf das niedrigere Niveau des Gartens. Der Garten ist in verschiedene Ruhe-, Interaktions-, und Funktionszonen unterteilt. Ein großer Spielplatz befindet sich im Zentrum des Gartens. Zwischen Spielplatz und Gemeinschaftsterrasse werden indirekte Blickbezüge hergestellt.

Die Erschließung des Gebäudes erfolgt effizient über nur 3 Treppenhäuser, die jeweils bis zu 7 Wohnungen erschließen. Von den Treppenhäusern führen Laubengänge zu den Wohnungen. Diese werden als multifunktionale kommunikative Erweiterungen der Gemeinschaftsflächen verstanden. Sie erhalten besondere Qualität durch Blickbeziehungen zu allen umliegenden Freiräumen. Der Erschließungsweg wird vom Gebäude abgerückt und durch Einschnitte in den Laubengängen in der Nähe der Zimmerfenster ein privater Abstand gewahrt. Zugleich kann über diese Öffnungen mehr Sonnenlicht zu den Wohnungen vordringen. Diese Erschließungsform ermöglicht eine vollkommen flexible Verteilung der Wohnungstypen und eine gänzlich barrierefreie Erschließung.

In dem Gebäudekomplex werden insgesamt 7 Grundtypen eingesetzt. In allen Typen wird das Prinzip des Durchwohnens im Wohnbereich umgesetzt. So profitiert jede Wohnung von den Blicken zum Anger und zum Gemeinschaftsgarten. Folglich ist jede Wohnung mindestens zweiseitig, an einigen Stellen sogar bis zu vierseitig belichtet. Die Individualräume sind neutral angelegt, sodass Wohngemeinschaften in jedem größeren Typ ohne bauliche Veränderungen denkbar wären. An jeden zentralen Wohnraum grenzt ein privater Außenraum in Form einer Loggia. Sondersituationen entstehen im EG und im Staffelgeschoss. Die erdgeschossigen Wohnungen verfügen über eine eigene Adresse zur Katharina-Boll-Dornberger-Straße und einen Vorgarten. Im Dachgeschoss werden großzügige offene Terrassen realisiert.

Als weiteres prägendes Element treten außerdem die Laubengänge an der rückseitigen Fassade auf. An dem Knotenpunkt der sich verschneidenden zwei Hauptriegel tritt dieses Element jedoch auch zum Anger hin hervor und markiert zusätzlich den Haupteingang zum Gebäudekomplex. Mit dem Staffelgeschoss wird die durch die Loggien erzeugte Vertikalität in der Fassade wieder aufgebrochen und das Volumen in der Horizontalen wieder zusammengefasst.

Typ:
WETTBEWERB

Nutzung:
Sozialer Geschosswohnungsbau

Ort:
Treptow-Köpenick, Berlin

Jahr:
2014

Bauherren:
WoBeGe Stadt und Land

NNF:
8600 m²

Tragwerksplanung:
-

Brandschutzgutachten:
-

Team: Tom Kaden Olesja Dornieden Michael Gaßmann Roland Busch