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Technopark

Vier Hauptaspekte liegen der Entwicklung des Gebäudes Technopark Hannover zu Grunde:

1. Ausbildung eines markanten, identitätsbildenden Eingangsgebäudes mit Wiedererkennungswert in den Wissenschaftscampus Marienwerder
2. Ausbildung eines Quartiersmittelpunktes mit Aufenthaltsqualität. Anbindung der öffentlichen Nutzungen im Gebäude an die zentrale Erschließung
3. Optimale Ausnutzung des Grundstücks. Bei gleichzeitiger Berücksichtigung einer angemessenen städtebaulichen Integration und guter Nutzbarkeit der Außenbereiche
4. Abwägung einer ökologischen, ressourcenschonenden, LifeCycle – nachhaltigen Bauweise mit ökonomischen und planungsrechtlichen Anforderungen und Aspekten der reibungslosen Realisierbarkeit.

Städtebau / Erscheinungsbild
Die Fassade zeigt sich markant und repräsentativ nach außen, offener und weicher zur Quartiersmitte. Die Faltung der Gebäudesüdseite leitet Besucher und Mitarbeiter an der Hollerithallee und an der westlich gelegenen neuen Zufahrt intuitiv in das Quartier. Die Gebäudeeckpunkte sind erhöht, verstärken so diesen Effekt. Die horizontale Staffelung der Fassade von geschlossener zu offener trägt den unterschiedlichen Nutzungen im Gebäude Rechnung.

Erschließung / Quartier
Der Haupteingang in das Gebäude liegt auf der Gebäudenordseite zentral in der quartiersmittigen Erschließungsachse. Die Gebäudekubatur verwebt mit der Ausrichtung des mittigen Riegels auf die Ecke des Parkhauses den Neubau mit der Quartiersachse und leitet auf den dem Eingang vorgelagerten durchgrünten Quartiersplatz, die Marienplaza hin. Diese Plaza ist zur Nutzung durch das ganze Quartier bestimmt.

Foyer, Erschließung Gebäude
Herzstück des Gebäudekomplexes ist der Atriumhof, der über das Foyer direkt mit der Plaza verbunden ist. Ankommen, Café- oder Mittagspause machen, der Weg zum Fitnessstudio, Kollegen treffen, Besucher empfangen, Post abholen, Besprechungen im Konferenzzentrum abhalten, all dies passiert in diesem multifunktional nutzbaren offenen Raum. Alle öffentlichen Nutzungen und die Büroeinheiten werden zentral von hier über vier Treppenkerne mit dazugehöriger Aufzugslobby erschlossen. In diesem Raum verweben sich Innen und Außen genauso wie die Wege aller Nutzer: Begegnung, Austausch, Synergie. Die als gläserne Boxen eingestellten Besprechungsräume sind dem Konferenzzentrum zugeordnet, könnten aber auch ideal durch alle Mieter genutzt werden.
Ergänzt werden sie durch kleine, eingeschnittene, begrünte Höfe, deren Fassaden sich im Sommer öffnen lassen und so für natürliche Querlüftung und ein gutes Mikroklima sorgen. Die Dachfläche ist als Dachgarten gestaltet und vom 1.OG zugänglich. Hier könnte zB. der Fitnessclub in den Abendstunden Kurse abhalten oder kleinere informelle Meetings im Freien stattfinden. Das Gebäude ist vollständig barrierefrei erschlossen.

Sondernutzungen
Die Light Industrial Einheiten sind in einer Größe von 800m² – 1000m² geplant. Die Einheiten sind etwa zur Hälfte mit einer lichten Raumhöhe von 7m zweigeschossig ausgebildet. Die Light Industrial Flächen sind reversibel als reguläre Büroeinheiten nutzbar. Die Gebäudetiefe von bis zu 20m kommt den Light Industrial Flächen zu Gute. Sie führt zu günstigen Raumproportionen der zweigeschossigen Bereiche.

Die Büroeinheiten
Die Büroflächen sind flexibel und multifunktional nutzbar. Im Fassadenraster von 1,35m sind alle Bürotypen möglich, Zellen- Gruppen- Kombi-, Großraumbüro und Coworking Spaces sind effizient zu organisieren und jederzeit reversibel. Die Büroeinheiten sind im Sinne der Flexibilität überwiegend als 400m² große Einheiten mit jeweils zwei baulichen Rettungswegen geplant. Die Riegeltiefe von 16- 20m führt zu einer guten Flächenausnutzung und macht eine flexible, zeitgemäße Grundrissgestaltung möglich.

Fassade
Die Fassadengestaltung mit raumhohen Fenstern auf der Nordfassade und Fenster mit Brüstungselementen an der Ost-Süd- und Westfassade reagiert auf die Himmelsrichtungen bzw. die Besonnung. Sie bietet im ersten Fall eine ausgezeichnete Tageslichtversorgung der Gebäudenordseite, im zweiten Fall durch den erhöhten Anteil opaker Fassadenfläche eine gute Gewährleistung des sommerlichen Wärmeschutzes.

Außenanlagen
Marienplaza und Boulevard bilden den zentralen urbanen Außenraum im neuen Quartier. Das städtebauliche Konzept einen großzügigen Vorplatz und verbindenden Außenraum zu schaffen, wird durch den landschaftlichen Entwurf aufgegriffen und unterstützt. Die aus dem Gebäude kommenden Geometrien werden fortgesetzt. Auf dem durchlaufenden Belag setzten sie sich wie Intarsien dort fort wo keine sich informell ergebenden Fußgängerströme zu erwarten sind. An den Enden des Boulevards führen Wegeverbindungen in die Umgebung und binden so das Areal ideal an.

Tragwerk
Das Gebäude ist als Holzhybridbau in Skelettbauweise aus werkseitig weitgehend vorgefertigten Elementen und Bauteilen geplant. Die Decken bestehen aus Brettschichtholzträgern (b x h = ca. 40 x 26 cm), die mit einer Betondecke von etwa 12 cm Stärke als Verbundsystem vorelementiert werden. Die Träger spannen im Achsraster von 2,70 m von der Fassade zur Mittelfurzone. Das Deckenauflager entlang der Mittelflurzone bildet ein Stahlbetonunterzug. Für die drei Meter breite Mittelflurzone reicht eine klassische Flachdecke ohne Holzunterzüge aus, hier erfolgt im Wesentlichen die Leitungsführung. Die Verteilung der Medien wird über Durchbrüche im Stahlbetonunterzug in die einzelnen Achsen zwischen den Brettschichtholzträgern geführt.
Tragende und/oder aussteifende Wände werden aus Brettsperrholz, Stützen und weitere Träger aus Brettschichtholz hergestellt. Die Außenwände werden aufgrund der Fassadengestaltung mit hohem Öffnungsanteil als nichttragende, vorgefertigte Bauteile in Holzrahmenbauweise ausgeführt. Die Aussteifung des Gebäudes erfolgt über die fünf im Gebäude verteilten Treppenraumkerne aus Stahlbeton sowie über einzelne aussteifende Innenwände aus Brettsperrholz nach den statischen Erfordernissen.

Brandschutz
Das Gebäude ist aufgrund der Höhe des oberen Fußbodens bei 22m sowie aufgrund der Ausdehnungen und Geschossigkeit in die Gebäudeklasse 5 einzustufen. Die Grundrisse des Gebäudes sind in den einzelnen Geschossen in bis zu 9 Einheiten unterteilt, die jeweils durch feuerwiderstandsfähige Trennwände brandschutztechnisch voneinander getrennt werden. Jeder der Einheiten verfügt über zwei unabhängige Rettungswege durch notwendige Flure zu einem notwendigen Treppenraum.

Typ:
Bürogebäude mit Sondernutzung: Light Industrial Flächen zur Forschung, Entwicklung und Produktion

Ort:
Technopark Hannover

Auslober:
Taurus Technopark Hannover Germany GmbH & Co.KG

Status:
Wettbewerb

Jahr:
Planung: 06/2020 – 08/2020

BGF:
26.000 m²

Landschaftsarchitektur:
MAN MADE LAND

Tragwerksplanung:
bauart Konstruktions GmbH & Co.KG

TGA/Energieberatung:
transsolar KlimaEngineering

Visualisierung:
Yosh https://yos.ch/

Team:
Tom Kaden | Markus Lager

Charlotte Arens | Aida Conde | Anna Plückbaum | Ramona Schwertfeger