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Ladenzentrum München

Städtebau
Neuordnung der Räume, Revitalisierung verbauter Standortpotentiale, Gedanken die uns beschäftigt haben bei der Entwicklung des Entwurfs.
Als Quartiersmittelpunkt / Dorfplatz / Identifikationsort, haben wir einen großzügigen urbanen Platz gewählt. Er wird der übergeordneten Ost-West-Erschließung entlang der Wiesentfelser Straße in Nord-Süd-Richtung entgegengesetzt, er ist Ort für Begegnungen, zufälliges Treffen, sich Sehen, Austausch, Quatschen, sich Helfen, Spielen, Nachbarschaft. Ausgebildet wird er durch Implementierung eines Gebäudeensembles, das durch Körnigkeit und Form Bezug auf die umgebende Bebauung nimmt und gleichzeitig durch die Ausformulierung der Dachform und Fassade eine zeitgemäße Einheit bildet, die das Zeug zur Identifikation und zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls im Stadtteil hat.

Erschließung
Die den Platz flankierenden U-Bahn- Zugänge werden mit Aufzügen, Bushaltestellen und überdachten Fahrradabstellplätzen kombiniert und als illuminierte „Follies“ inszeniert. Die beiden angrenzenden Straßen erhalten je einen baumbestandenen Parkstreifen, die während der Bring- und Abholzeiten jeweils der Kindertagesstätte und dem Familienzentrum vorbehalten sind. Alle gemeinschaftlichen Einrichtungen werden vom Platz aus erschlossen, es sind umfangreiche Fahrradabstellmöglichkeiten vorhanden. Die Eingänge zu den Wohnungen sind an das übergeordnete Wegenetz angeschlossen und ebenfalls ausreichend mit Fahrradabstellmöglichkeiten versorgt.

Platzgestaltung
Im nördlichen, von den drei Neubauten gefassten Platz stellt sich ein Baumdach aus geschnittenen Platanen in den Mittelpunkt. Die den neuen Platz mit seinem Wasserspiel querende Wiesentfelser Straße wird auf das Platzniveau angehoben. Die sich nach Süden terrassenartig abstufenden, für unterschiedliche Nutzungen gedachten Platzbereiche werden von einem Wasserspiel begleitet und von einem breiten, weißen Betonplattenstreifen gesäumt. Dieser bündig im Platz liegende Rahmen arbeitet sich neben den nach Süden sanft abfallenden Wegen zunehmend als Sitzkante heraus. Somit kann der umfangreiche Baumbestand so weit als möglich erhalten und in die Platzgestaltung integriert werden.

Gärten
Die Sockel der Neubauten werden gärtnerisch angelegt. Über dem Supermarkt befindet sich ein öffentlich nutzbarer Treffpunkt und Rückzugsbereich, insbesondere für die dort angrenzenden Dienstleister. Der zweite Dachgarten ist dem Familienzentrum zugeordnet. Neben einem Tisch ist mit Tischtennisplatten und Hüpfbällen auch für Bewegungsspiel gesorgt. Nördlich der Kindertagesstätte schließt im Erdgeschoss ein großzügiger Garten unter Obstbäumen an. Die ruhigen und bewegten Spielangebote sind durch eine Kreidetafelwand nach Westen, durch eine mit Beerensträuchern bepflanzte Böschung sowie eine Zaunanlage nach Norden abgegrenzt. Ein anschließender, öffentlich zugänglicher Spielbereich sowie beidseitig nutzbare Pflanzbeete nach Osten leiten zur Wohnbebauung über.

Gebäude
Die Schichtung der Gebäude birgt verschiedene Qualitäten, es entstehen differenzierte Außenräume, die große zusammenhängende Einzelhandelsfläche ist in das Ensemble integriert, die Wohnungen sind lärmabgewandt und ideal belichtet. Zusätzlich liegt durch die Anordnung der Baukörper das Übermaß der Wohnungen im nicht schallbelasteten Bereich. Der Baukörper 5 schirmt das Ensemble zusätzlich gegen den Kreuzungslärm ab. Geförderte und nicht geförderte Wohnungen befinden sich in unterschiedlichen Baukörpern.

Materialität
Robustheit = Nachhaltigkeit. Im EG entsprechen wir diesem Grundsatz durch eine plastische Vorhangfassade aus großformatigen Betonfertigteilen. Querfinanziert mit „standardmäßiger“, mineralischer WDVS Fassade in den Wohngeschossen. Robuste, metallgedeckte geneigte Pfettendächer geben dem Ensemble sein eigenständiges Äußeres mit Wiedererkennungswert.
Fenster in Wohnungen werden mit Fensterfalzlüftern ausgestattet, die Absaugung erfolgt in der Sanitärzone, der Schallschutz kann so für alle Wohnungen sichergestellt werden. Dienstleitungs- und Einzelhandelsflächen werden mechanisch be- und entlüftet. Die Aufstellung der Geräte erfolgt dezentral.

Die Konstruktion nutzt die Vorteile des jeweiligen Konstruktionswerkstoffes: Massivbau für TG, EG und 1.OG. Bodennähe, intensiv genutzten Dachflächen, größere Spannweiten im Bereich des Supermarktes sind so ökonomisch und robust herzustellen. Für den Holztafelbau im 2.- 4.OG gilt: hervorragendes Raumklima, Materialästhetik, unkomplizierte Vorfertigung der Holztafelbauelemente, schnelle wie präzise Baustelle, Nachhaltigkeit.

 

Typ:
Nahversorgungszentrum mit Wohnbebauung, Familien- und Kindertageszentrum

Ort:
Wiesentfelser Straße, München-Neuaubing

Auslober:
GWG, städtische Wohnungsbaugesellschaft München mbH

Status:
Wettbewerb

Jahr:
Planung: 07/2020 – 12/2020

BGF:
10.000 m²

Landschaftsarchitektur:
Albert Armbruster, Büro für Landschaftsarchitektur

 

Team:
Tom Kaden | Markus Lager

Aida Conde | Anna Plückbaum | Ramona Schwertfeger | Manu Scuto