wdk

Ansicht Süd – Begegnungsort Spielstraße

wdk_1_perspektive_xs

Städtebauliche Flucht Waitzstraße Ecke Knooper Weg

wdk_5_lageplan_xs

Lageplan

wdk_8_grundriss_rg_xs

Ableitung der Form aus der Typologie der Umgebung

wdk_2_perspektive_xs

Norden: Aufnahme der städtebaulichen Flucht, Süden: Öffnung zur Spielstraße

wdk_6_grundriss_eg_1_xs

Außenanlagen und Einbindung in den öffentlichen Raum

wdk_10_pikto_xs

Erdgeschoss: Mischung aus hausinterner und öffentlicher Nutzung

wdk_9_grundriss_dg_xs

Regelgeschoss: flexible Grundrissaufteilung

wdk_3_perspektive_xs

Dachgeschoss

wdk_4_perspektive_xs

wdk – Wohnbebauung in Kiel

Mit dem Wohngebäude in der Waitzstraße zwischen Knooper Weg und Droysenstraße wird die bislang ungeklärte städtebauliche Situation vor Ort vervollständigt. Der bestehende Parkplatz und die Abwesenheit von Bebauung stellen eine städtebauliche Lücke dar.

Das Schließen der Ecke durch die Erweiterung der angrenzenden Blockrandbebauung wäre die naheliegendste Möglichkeit, die Kreuzung städtebaulich einzufassen, jedoch besteht die buchstäblich gewachsene Besonderheit des Ortes in der Aufnahme der Baufluchten durch die vorhandenen Bäume. Diese Situation stellt eine Konstellation dar, die sich in der näheren Umgebung ein weiteres Mal findet: Zwei Blocks entfernt in der Waitzstraße, im Bereich der Reventlouschule, schließt eine ähnliche Vegetation eine ebenfalls offene Ecke auf subtile Art und Weise. Das Aufgreifen dieses Themas stellt für den Entwurf einen der Haupteinflüsse dar. So wird das Gebäude leicht von der Straßenflucht zurückversetzt platziert und bildet gemeinsam mit den Bäumen eine Art Arkadensituation zur Straße hin aus. Mit der bestehenden Bebauung auf der Südseite des Grundstücks tritt das Gebäude in einen Dialog, es entsteht ein Zwischenraum, der prädestiniert dafür scheint, mit Leben gefüllt zu werden.

Das Gebäudevolumen selbst wird gleichermaßen aus der Umgebung abgeleitet. Die vorherrschende Typologie besteht aus mehrgeschossigen Wohnbauten der Nachkriegszeit, mit spartanischen, strengen Fassaden und Gründerzeitbauten mit Gauben durchsetzten Satteldächern. Diese stellen die zweite Entwurfszutat, die allerdings nicht ungeschält mit in den Topf gegeben wird, sondern eine Transformation erfährt: Das Erscheinungsbild zeitgenössischer, klarer Architektur wird kombiniert mit asymmetrisch verlaufenden Giebeln. Diese spiegeln nicht nur das Giebelthema der Umgebung, sondern zudem auch den dahinterliegenden Wohnungsmix wider.
Auch die Materialwahl hat direkten regionalen Bezug: Eine Klinkerfassade verbirgt die moderne Holzkonstruktion.

Großzügige Dreh-Kippfenster sorgen für reichhaltige Belichtung der Wohnungen und vielfältige Ausblicke in die nähere und weitere Umgebung.

Letztlich geht es jedoch nur beim ersten Hinblick um Materialien, Fügung und Setzung. Eigentlich interessiert, was zwischen Wänden und Decken passiert:
Die flexibel zu belegende Gebäudestruktur sorgt für ein durchmischtes Angebot qualitätvollen Wohnraums. Die Wohnungen sind zwischen 21 m² und 89m² groß und bieten somit Möglichkeiten für nahezu jede Konstellation sozialen Zusammenlebens. Single-Studenten, Flüchtlinge, Familien und Wohngemeinschaften, durchmischte Altersgruppen sowie Menschen mit Behinderungen stellen die breite Zielgruppe des Angebotes dar. Nicht monodirektionales Marketing wird verfolgt, sondern die gemischte Stadt.

Typ:
Wohnungsbau

Ort:
Kiel

Wettbewerb:
2016

Bauherr:
NGEG Norddeutsche Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH

NF:
ca. 5.500 m²

Team:
Tom Kaden | Markus Lager

Lena Fischer