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hvk – Erweiterungsneubau Heinrich von Kleist Schule

Schulbau ist heutzutage wichtiger denn je. In städtischen Schulen herrscht so viel Nachfrage, dass dieser nicht mehr nachgekommen werden kann. Immer mehr improvisierte Räume müssen für Unterricht herhalten. So auch in der Heinrich-von-Kleist Oberschule in Frankfurt (Oder). Sowohl Schüler/-Innen als auch Lehrer/-Innen müssen aktuell auf engstem Raum sowohl Fachunterricht, als auch allgemeinen Unterricht halten. Es fehlt die notwendige Ausstattung.
Ziel des Entwurfes ist es die Unterrichtsverhältnisse deutlich zu verbessern und den Schüler/-Innen und Lehrer/-Innen das Lern- und Arbeitsumfeld angemessen zu gestalten.

Städtebau

Bei der Grundstückanalyse und der Begehung des Grundstücks fiel die Kleinteiligkeit und Diversität der Umgehung auf. Aus städtebaulichen Gründen haben wir uns nicht dazu entschieden der Baugrenze und Straßenkante zu folgen, sondern den Baukörper der Schule in drei verschiedenen Stufen zum Dresdener Platz hin abzutreppen. Die Staffelung passt sich maßstäblich der angrenzenden Bebauung an. Dadurch wird der Straßenraum gefasst und komplettiert die Baulücke. Auch die Geschossigkeit des Entwurfs gliedert sich in die Umgebung ein. Die erste Staffelung wird zwei-geschossig ausgebildet, um an das angrenzende Kontorhaus anzuschließen. Der Neubau der Schule setzt sich von diesem zurück. Beide weiteren Staffelungen werden drei-geschossig ausgeführt und schaffen somit einen Übergang zum viergeschossigen Nachbargebäude an der Fürstenberger Straße.
Zum Schulhof hingegen bildet der Entwurf eine gerade Kante aus und verleiht somit dem Bestandsgebäude ein Gegenüber. Der Schulhof wird dadurch räumlich gefasst und erhält einen stärkeren Mittelpunkt.

Architektur

Bei der Entwicklung des Entwurfs war es von hoher Bedeutung den Entwurf maßstäblich in das Stadtbild einzufügen und den Stadtraum sinnvoll zu fassen. Aufgabe war es, das Bestandsgebäude der Heinrich-von-Kleist Oberschule in Frankfurt (Oder) um einen Erweiterungsbau zu ergänzen. Die Schule sollte ihr Bestandsgebäude weiterhin als Hauptgebäude behalten. Ziel war es sowohl zur Straßenseite, als auch zur Seite des Innenhofs mit der Umgebung zu interagieren. So erstreckt sich beispielsweise der Mensa und Cafeteriabereich über die gesamte Länge des Querriegels des zweigeschossigen Gebäudeteils und bildet somit zwei Kommunikationspunkte aus. Der Riegel wird straßenseitig doppelgeschossig verglast und vermittelt dadurch eine Transparenz nach außen. Der Mensabereich wirkt nach außen hin wie ein separater Baukörper, welcher als dritter Bestandteil des Gesamtgefüges eingeschoben wurde. Dies wird nicht nur durch eine niedrigere Geschossigkeit, sondern auch durch einen Materialwechsel in der Fassade verdeutlicht. Im Gegensatz zur restlichen hellgrau verputzen Fassade erhält der zweigeschossige Teil eine vorvergraute hinterlüftete Holzfassade mit horizontal gelagerter Holzschalung. Um einen Übergang zum Kontorhaus zu schaffen, nimmt die Pfosten-Riegel-Fassade zum einen die Höhe der bestehenden Fensteröffnungen auf und führen sie weiter, zum anderen orientieren sich die Riegel an den Höhen der Gesimsteilung. Auch die Gebäudehöhe des Kontorhauses wird im zweigeschossigen Bereich des Neubaus übernommen. Um den langen Riegel angemessen belichten zu können, erhält dieser einen Lichthof auf dem ersten Obergeschoss. Somit kann die doppelgeschossige Mensa zusätzlich mittels Oberlichter belichtet werden. Des Weiteren erhält der Bereich für Schulsozialarbeit einen abgetrennten Ruhebereich und einen Ort des Rückzugs.
Die Struktur der Unterrichtsräume baut sich innerhalb des Gebäudes wie folgt auf: Im EG befinden sich die WAT Räume, im ersten OG sind die Naturwissenschaften Chemie und Physik vorzufinden, sowie das Lehrerzimmer, im dritten Obergeschoss befindet sich der Atelierbereich mit der Musik- und Kunstraum. Die offenen Bereiche im dritten Obergeschoss sind den Unterrichtsräumen zugeschrieben und bieten sowohl Lehrer/-Innen als auch Schüler/-Innen eine neue Unterrichtsform an. Hier wird der klassische Frontalunterricht aufgelöst, das Lernen soll miteinander und interaktiv stattfinden. Der Kunstraum erhält eine dreiseitige Belichtung und hat den Charakter eines „Turmzimmers“. Es besteht die Möglichkeit ein grünes Klassenzimmer auf der Dachterrasse einzurichten, wo die Schüler/-Innen draußen unterrichtet werden können. Das bietet die Möglichkeit auch an heißen Sommertagen ungestört und unabhängig vom Pausenbetrieb im Freien zu unterrichten.

Typ:
Erweiterungsneubau einer Schule

Ort:
Frankfurt (Oder)

Auslober:
Stadt Frankfurt (Oder)

Status:
Wettbewerb

Jahr:
Planung: 07/2019

BGF:
2.200 m²

Technische Gebäudeausrüstung:
INTEGRAL Projekt GmbH & Co. KG

Visualisierung:
atelier noise

Team:
Tom Kaden | Markus Lager

Anna Kaczmarek | Lisa Kolkowski | Krzysztof Łakomiec | Julia Lapsin | Christian Pabst | Valentin Topp